SEIT 1998 IM EINSATZ

High-end Training mit Pioniergeist

Einst als visionäres Trainingsinstrument für Piloten konzipiert – heute zu einer beliebten und immer noch einzigartigen Methode für modernes Soft Skills Training herangewachsen.

Als Sohn eines Piloten habe ich viel Zeit meiner Jugend in Cockpits und in Flugsimulatoren verbracht. Bereits während meines Studiums der Medieninformatik erhielt ich ein Beratermandat bei der Lufthansa Flight Training GmbH (LFT) in Frankfurt, um deren Seminarinhalte zu digitalisieren. Anfang 1998 kam dann der Auftrag, ein «Computerspiel» für das Training von Soft Skills der Cockpit Crews zu entwickeln. Wie bei einem Silicon-Valley Startup begann die technische Umsetzung in meinem IT-Labor im Keller meines Elternhauses.

Schnell wurde klar: Wir müssen die Komplexität der Anforderungen so herabbrechen, dass das Endprodukt im gesteckten Rahmen entwickelbar und in kurzen Trainingssequenzen nutzenbringend anwendbar ist. Diese Überlegungen begünstigten die Entscheidung für ein Szenario mit fiktiver Problemstellung im Weltraum.

Die besondere Herausforderung war der Anspruch, Verhalten anhand von Messungen zu analysieren. In der Realität erwünschte Verhaltensweisen sollten auch in unserer Simulation spürbar positive Resultate erzielen. Während bei BWL Simulationen die Bewertung der Teilnehmer-Entscheidungen durch Berechnung von Formeln erfolgt, hatten wir zur Analyse der «weichen Faktoren» messbare Situationen zu konstruieren, welche mit bestimmten Verhaltensweisen korrelieren.

Dies erforderte viele Testzyklen, da der Mensch als wesentlicher Komplexitäts-Faktor in das Szenariodesign einbezogen wurde. Während sich die auf den Büroetagen der LFT rekrutierten Kandidaten stets wie auf eine improvisierte LAN-Party versetzt fühlten, beobachteten wir mit grosser Spannung: Initiiert das Szenario die von uns geplanten Verhaltensmuster?

Nach Monaten iterativer Entwicklung mit den LFT Psychologen ist unsere Rezeptur für computer-basiertes Verhaltenstraining entstanden. Die Simulation ging Ende 1998 unter dem damaligen Namen «SpaceBUS» in den produktiven Einsatz.

Der Psychologe Kai-Uwe Strelow, damals Projektverantwortlicher auf LFT Seite, war einer der wesentlichen Wegweiser, der zum Gelingen des Vorhabens beitrug. Sein Know-How gepaart mit seinem Interesse an Themen und Zusammenhängen weit über den Tellerrand hinaus sowie seine Offenheit zu experimentieren war für mich der synergetische Nährboden für die gemeinsame und erkenntnisreiche Pionierarbeit. Dank ihm wurde das Szenario unabhängig von starren psychologischen Modellen konstruiert, wodurch die Simulation von Anfang an zukunftsfähig für den Trainings-Einsatz in beliebigen Kontexten menschlicher Zusammenarbeit wurde.

Unsere gemeinsam bewältigte Herausforderung hat uns über das Projekt hinaus sowohl als Freunde wie auch als Kooperationspartner stark verbunden.

Alexander Stork

Dipl.Informatiker Medieninformatik

(HSF Furtwangen)

Eine Innovation ist immer auch ein Wagnis, in denen Ideen zu Entscheidungen führen und Investitionen auslösen, bei denen ungewiss ist, ob sich jemals der erhoffte Erfolg einstellen wird. Das wusste auch Albrecht Schiewe – Kollege, Mentor und damaliger Leiter des Human Factors Department der Lufthansa Flight Training GmbH – als er mich im Herbst 1997 damit beauftragte ein Nachfolgeseminar für das erste noch laufende Crew Ressource Management Seminar (CRM) für die Cockpit Crews der Lufthansa und seinen Tochtergesellschaften zu entwickeln.

Das Herzstück sollte ein «Computerspiel» sein, das in der Lage sein sollte eine Vielzahl der damals definierten Lernziele (22 Quick References) für ein sicheres Verhalten im Cockpit in einer simulierten Umgebung anwenden und trainieren zu können, als Vorbereitung auf später, im Training, bei Checks im Simulator sowie im Linienbetrieb. Durchaus ein Wagnis in Anbetracht einer Klientel, die seinerzeit die Zusammenarbeit mit Psychologen, das Spielen am Computer und einen notwendigen Gang zum Proktologen für durchaus vergleichbar hielten.

Als die Computersimulation InterLAB, die ursprünglich unter dem Namen SpaceBUS entwickelt wurde, nach ersten erfolgreichen Probeseminaren im September 1998 auf einem Kongress europäischer Luftfahrtpsychologen der Öffentlichkeit als Lernmethode für CRM-Seminare vorgestellt wurde, da war klar, dass vieles richtig und nur wenig falsch gemacht wurde.

Wie so oft, hat der Erfolg auch bei diesem Projekt viele Väter hervorgebracht, doch neben dem Initiator möchte ich vor allem eine Person hervorheben, die schnell verstand, dass nicht die Komplexität der Simulation für den Erfolg entscheidend ist, sondern dieses Privileg den Teilnehmer vorbehalten bleiben muss, in dem sie selbst, und für alle sichtbar, durch das eigene Verhalten als Quelle von Unbestimmtheit Komplexität entstehen lassen.

So fand ich in Alexander Stork einen kongenialer Partner der bereits mit dem Luftfahrt-Gen ausgestattet war und dessen Kreativität es zu verdanken ist, dass eines der wohl ersten digitalen Serious Games überhaupt entstehen konnte, dessen Markenkern es ist, sich isoliert mit dem Verhalten der Teilnehmer als sicherheitsrelevante Ressource und ihrer Analyse zu beschäftigen. Seiner Intuition, die Spielverlagerung in den Weltraum zu verlegen, und die Kreativität bei der Umsetzung und Gestaltung der zahllosen Spielanforderungen, ist es zu verdanken, dass die Simulationssoftware nicht auf einer Sandbank gestrandet oder auf ein Abstellgleis gefahren ist.

So bin ich als Kooperationspartner und Nutzer von InterLAB in freundschaftlicher Verbundenheit gespannt auf die weiteren Entwicklungen.

Kai-Uwe Strelow

Dipl.Psychologe, Dipl.Volkswirt

Interpersonal Skills LAB

Nach dem Ersteinsatz von 1998-2002 bei einer Zielgruppe von über 4500 Personen hat NINECUBES die Simulationssoftware re-designt, als marktfähiges Lizenzprodukt für alle Branchen publiziert und kontinuierlich zu dem heutigen interpersonal Skills LAB – dem Trainingslabor für hocheffizientes Soft Skills Training – weiterentwickelt. Über 150 Trainer nutzen das «LAB» derzeit im überwiegend europäischen Raum.

GROSSER DANK GEHT AUCH AN DIE CREW ALLER MITWIRKENDER, DIE INTERPERSONAL SKILLS LAB AUF SEINE STABILE UMLAUFBAHN GEBRACHT HAT:

Albrecht Schiewe

René Hungerbühler

Zulema Stork

Nana Grigoryan

Armen Melikyan

Sos Sargsyan

Shushan Babakhanyan

Lusine Azizyan

Helge Schreyer

Bernd Balduf

Fernando Stork

Vahè Èvoyan

Vahe Hayrapetyan

Tigran Balayan

David Hambardzumyan

Nora Harutyunyan

Mark Steiner

Michael Seidt

Artak Chopuryan

Andranik Hakobyan

Arman Avetisyan

Sevak Mangasaryan

Smbat Petrosyan

Wenn Sie noch mehr erfahren möchten, so erkundigen Sie sich einfach im Kreise der besten Trainer unseres Universums.

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